Archive for September, 2020


Hotels mit besonderem Service.
Neben einer Übernachtung mit Frühstück bekommen Hotelgäste in NRW oft noch in den Genuss besonderer Extraleistungen: Mal bekommen sie Tipps für den Umgang mit dem eigenen Hund, mal wird ihnen vor dem Schlafengehen noch etwas vorgelesen.

Dem Koch über die Schulter schauen, das können Gäste des Kölner Marriott Hotels rund um die Uhr. Das 24-Stunden-Live-Kitchen-TV bringt die Kücheninfos aufs Hotelzimmer. Natürlich ist auch Ton zu hören – somit werden nicht nur die zubereiteten Gerichte, sondern mitunter auch Wortwechsel des Personals zu einer delikaten Angelegenheit. Wer nicht nur Bild und Ton, sondern auch die Düfte aus der Küche erleben möchte, kann seine Nase einfach hineinstecken: Die Tür zur Küche ist immer geöffnet.

Ein ganz besonderes Mahl wird in Petershagen serviert: Vor einer Übernachtung in den Gefängniszellen des Alten Amtsgerichts können Gäste eine dreigängige Henkersmahlzeit einnehmen. Für die „Rast im Knast“ stehen mehrere Doppelzellen sowie eine 6er Gemeinschaftszelle, die sich für Familien eignet, bereit. Genächtigt wird in Metall-Etagenbetten, die weitere Einrichtung ist authentisch, also sporadisch. Wer sich passend zur Umgebung kleiden möchte, kann sich gestreifte Knastanzüge leihen. In Deutschlands erstem Krimi-Hotel im Eifel-Städtchen Hillesheim sind die Zimmer verschiedenen Ermittlern von Derrick bis Sherlock Holmes und weltberühmten Krimi-Filmen und Büchern gewidmet. Gäste können hier den Krimi-Lesungen bekannter Autoren lauschen, im benachbarten Kriminalhaus in 27.000 Krimis schmökern und zwischen antikem Mobiliar einen Krimi-Kaffee genießen und ein Krimi Dinner mit Überraschungsmomenten erleben.

Ob Anzug mit oder ohne Streifen: Fehlt an der Garderobe der Gäste ein Knopf, näht ihn die Chefin des Quartiers Fuchsbau wieder an. Die persönliche Aufmerksamkeit der Gastgeberin macht den Charme der kleinen Herberge in Halle/Westfalen aus. Selbstgemachte Marmelade, Knopf-Annähen oder das Privattaxi gehören zum Standard. Das Haus, nur wenige Gehminuten entfernt vom Gerry-Weber-Stadion, ist eine ehemalige Böttcher Werkstatt mit individuell gestalteten Gästezimmer und Apartments, in denen auch Hunde nächtigen dürfen. Die „Gute Stube“ dient als Lesezimmer, Esszimmer oder Aufenthaltsraum, denn hier wird Wert auf Gemeinschaft gelegt.

Buchstaben und Papier stehen im Literaturhotel Franzosenhohl in Iserlohn im Mittelpunkt. Das mitten im Wald gelegene Haus bietet eine Vielzahl an Veranstaltungen rund ums Buch an, die sich zu den Hotel-Übernachtungen hinzubuchen lassen. Neben regelmäßig stattfindenden offenen Autorenlesungen stehen Buchpartys und Wellness-Lesungen im Kerzenschein auf dem Programm, bei denen Gäste sich eingehüllt in Kuscheldecken mit einer Tasse Tee ganz aufs Zuhören konzentrieren können. Wer vor der Anreise einen Lesewunsch angibt, findet bei seiner Ankunft das entsprechende Buch auf seinem Zimmer – entweder im örtlichen Buchhandel besorgt oder aus dem Hotelbestand entnommen, der rund 2.000 aktuelle Titel umfasst.

Auf der Vitafarm in Herzebrock-Clarholz sind vierbeinige Gäste ausdrücklich erwünscht. Die Ferienwohnungsanlage im Teutoburger Wald hat sich auf Urlaub mit Hunden und Pferden spezialisiert. Dazu haben Fachleute spezielle Programme entwickelt. So gehört Reiten lernen für Best Ager zu einem Schwerpunkt. Für den Urlaub mit Hund werden spezielle Wohnungen angeboten, die ebenerdig sind und direkten Zugang zu Grünflächen haben.

Rein pflanzlich geht es in der Pension Cloudbell in Nümbrecht und im Yoga Vidya Bad Meinberg zu. Die beiden Häuser gehören zu den VeggieHotels, in deren Küchen ausschließlich Produkte pflanzlichen Ursprungs Verwendung finden, auf Wunsch werden auch vegane Gerichte zubereitet. Wer mag, beschließt den Tag in Nümbrecht mit einer geführten Abend-Meditation. In Eurpas größtem Yoga-Seminarhaus in Horn-Bad Meinberg steht Gästen täglich ein Programm mit Yoga, Meditation, Vorträgen und vielen anderen gesundheitlichen und spirituellen Aktivitäten zur Auswahl.

Foto:  Oliver Franke/Tourismus NRW e.V.

Man ist so alt wie man sich fühlt – leicht gesagt, wenn das Alter plötzlich mit Bluthochdruck oder Arthrose aufwartet. Fakt ist, die deutsche Bevölkerung wird immer betagter: Wurden Menschen vor 150 Jahren im Schnitt nur 40 Jahre alt, hat sich die Lebensdauer heute in etwa verdoppelt: Neugeborene Mädchen dürfen sich auf 83, Jungen auf 78 Lebensjahre freuen – eine gute Nachricht, denn wer länger lebt, kann das Leben auch länger genießen und mit etwas Eigenverantwortungsbewusstsein Gesundheit und Lebensqualität auch im Alter erhalten.

Von wegen alt und grau!

Aktiv im Alter: Einer Studie zufolge ist fast jeder Dritte der rund acht Millionen Fitnessstudio-Mitglieder in Deutschland über 50 Jahre alt, etwa 13 % sogar älter als 60. Immer mehr Bejahrte nutzen die für ihre Altersgruppe zugeschnittenen Angebote – und gehören damit noch lange nicht zum alten Eisen:
Durch regelmäßiges Training bleiben sie nicht nur länger fit, sondern erhöhen damit auch die Chance, möglichst lange ein unabhängiges Leben führen zu können.

Das Alter schlägt zu

Alle wollen alt werden, aber keiner will es sein – das erkannte schon der Schauspieler Gustav Knuth. Denn mit zunehmendem Lebensalter steigt die Wahrscheinlichkeit, an einer chronischen Krankheit zu erkranken. Dabei sind auch Abweichungen zwischen den Geschlechtern zu beobachten. So bekommen Männer etwa doppelt so häufig einen Schlaganfall wie Frauen. Eine bewusste Lebensweise zahlt sich aus, denn Übergewicht, Bluthochdruck oder erhöhte Blutfettwerte tun nicht weh – ihre Folgeerscheinungen können aber umso dramatischer sein: Nach wie vor sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen mit 40 % aller Sterbefälle die Todesursache Nr. 1 in Deutschland. Vor allem ältere Menschen sind betroffen – 92 % davon sind mindestens 65 Jahre alt.

Haben wir eine „Alternative“?

Ja, denn es sind vor allem äußere Umstände, die der Lebenserwartung Grenzen setzen. So sollte man schon früh damit beginnen, seine persönlichen Risikofaktoren zu erkennen und sich von alten Lastern befreien: Übergewicht, Bluthochdruck, erhöhte Cholesterin Werte und insbesondere Rauchen begünstigen Herz- Kreislauf- und Stoffwechsel Erkrankungen.

Statt dem Steak also lieber öfter mal einen Gemüsetag einlegen, denn häufiger Fleischverzehr erhöht die Gefahr für Herzinfarkt, Schlaganfall, Diabetes und sogar verschiedene Krebserkrankungen. Wer sich außerdem viel bewegt, bleibt nicht nur körperlich und geistig länger fit, sondern leistet damit auch einen wertvollen Beitrag zur Sturzprävention im Alter.

Sorglos altern

Jeder Bürger hat einen Anspruch auf eine Reihe kostenloser Vorsorgeuntersuchungen, die er ab einem bestimmten Alter auch nutzen sollte, da die Früherkennung vieler Krankheitsbilder für deren Behandlungserfolg entscheidend ist, wie z. B. bei Darmkrebs. Bereits ab 35 kann man alle zwei Jahre zum Gesundheits-Check-up gehen, wo man im wahrsten Sinne des Wortes auf Herz und Nieren geprüft wird: Herz-Kreislauf-, Nierenerkrankungen, aber auch Diabetes stehen hier im Vordergrund. Tatsächlich sind es aber die Frauen, die das Thema Vorsorge ernster nehmen:  48 % von ihnen lassen die relevanten Untersuchungen durchführen, bei den Männern sind es hingegen nur 27 %.

Doch mit dem Alter kommt ja bekanntlich auch die Weisheit!

Peter Kirchhartz

Foto: Rainer Sturm / pixelio.de